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SALZBURG (wm). Musik hat Peter Svatek schon von klein auf begeistert. In seiner
Werkstatt, die, dem Charakter des Geigenbaumeisters entsprechend,
penibel sauber gehalten wird, wo alles an seinem angestammten Platz
zu sein hat, arbeitet er meist zu klassischer Musik - das versteht
sich von selbst. „Gute Arbeit ist mir das Wichtigste“,
betont Svatek. Der Geigenbauer legt sich den Druck, seinem eigenen
Anspruch gerecht zu werden, selbst auf. Vor allem bei Reparaturarbeiten
bleibt der wahre Wert seiner Leistung dem Auge des Kunden verborgen.
Und das soll auch so sein. „Funktionalität ist bei weitem
nicht alles“, weiß Svatek, der aus diesem Grund dem
Kundengespräch einen besonders großen Stellenwert einräumt.
Nur so, davon ist er überzeugt, kann er dem Kunden seine Kunst
verständlich machen.
Wie das Leben so spielt
Den Beruf des Geigenbauers entdeckte Peter Svatek erst mit 29 Jahren
für sich. Nachdem er die HTL in Salzburg abgeschlossen hatte,
bemühte er sich um ein zweites Standbein und ließ sich
zum Volksschullehrer ausbilden. Aber auch das entpuppte sich nicht
als Erfüllung für ihn. Während eines USA-Aufenthalts
besuchte er mehr durch Zufall einen Geigenbauerkurs. „Für
mich stand dabei die Verbindung von Holz und Musik im Vordergrund“,
sagt er heute. Danach gelang dem Spätberufenen das Kunststück
eine Lehrstelle beim Geigenbaumeister Bernhard Franke in Stuttgart
zu ergattern. 1985 legte er dort die Meisterprüfung ab. Obwohl
es nie seine Intention war, ging Peter Svatek dann in die Selbstständigkeit,
die ihm heute so viel bedeutet. Zuerst in Boston in Zusammenarbeit
mit dem Bogenmacher Thomas Dignan und seit 1988 in Salzburg. Neben
dem gelegentlichen Neubau von Instrumenten, konzentriert sich Svatek
hauptsächlich auf die Restauration und Reparatur sämtlicher
Arten von Streichinstrumenten.
Hart erarbeitete Zufriedenheit
Peter Svatek ist dankbar einen Beruf gefunden zu haben, den er wirklich
gerne ausübt. „Mir ist sehr wohl bewusst, dass das äußerst
selten ist“, bemerkt er. So etwas wie Langeweile gibt es in
seinem Metier nicht. Immer wieder bringen Leute vermeintliche Meisterarbeiten
zur Bewertung in seine Werkstatt. Manchmal muss der Geigenbauer
auch Notfälle für diverse Orchester bearbeiten, die in
der Stadt gastieren. Der Zeitdruck und die große Verantwortung
dem Musiker gegenüber stören ihn dabei nicht. „Das
kann schon ganz spannend sein, wenn man eine wirklich gute Arbeit
in den Händen hält, auch wenn sie von einem Kollegen stammt“,
schwärmt Svatek. Ein Wermutstropfen bleibt allerdings: Keines
seiner drei Kinder will den väterlichen Betrieb übernehmen.
„Dafür habe ich volles Verständnis. Ich kann meinen
Beruf ja auch noch mit 70 ausüben“, stellt Svatek klar.
(Printausgabe, 14.11.2007)
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