| Zum Bau der Geige werden heimische Hölzer verwendet,
nämlich Fichte für die Decke und Ahorn für alle anderen
Teile. Nachdem sich der Geigenbauer für ein Modell (meist Stradivari,
Guameri oder eigenes Modell) entschieden hat, wird über der
Innenform (italienische Bauweise) der Zargenkranz angefertigt. Nach
dem Fugen der beiden Decken-und Bodenhälften wird zunächst
der Umriß ausgesägt, danach mit Hohleisen die Wölbungsform
gestochen. Diese wird mit Fingerhobeln nachgearbeitet und mit der
Ziehklinge geglättet.
Anschließend erfolgt die Innenausarbeitung auf die gleiche
Art und Weise. Hier sind Talent und Erfahrung des Meisters besonders
gefordert, liegt doch in der Ausarbeitung (Stärke) von Boden
und Decke eines der „Geheimnisse" des Geigenklanges.
Jetzt werden in die Decke die ff-Löcher geschnitten, der Bassbalken
eingepasst und Boden und Decke auf den Zargenkranz geleimt. Nun
ist der Korpus fertig. Auf der Außenwölbung wird noch
ein dreiteiliger Span am Rand eingefügt. Er soll das Einreißen
des Holzes verhindern und einen optischen Aufputz bilden.
Als nächstes wird der Hals mit der Schnecke und dem Wirbelkasten
angefertigt. Anstelle der Schnecke findet man auch manchmal einen
Löwenkopf (Stainer). Ist der Hals fertig, wird er in den Korpus
eingepasst und eingeleimt. Die Geigen ist nun „weiß"
fertig und kann lackiert werden.
Zum Schluß werden das Griffbrett, die Wirbel, Steg und Stimme
auf- und eingepasst, die Saiten aufgezogen, gestimmt und los geht's
mit der Musik.
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